Choraufnahme im Pius Hospital

Die erste Kontaktaufnahme

 

Im Oktober 2017 erhielten wir auf Empfehlung von Frank Jentson (Music-Station, Oldenburg) eine Anfrage von Michael Dernoscheck vom Pius-

Tonmeister und Chorleiter im GesprächHospital Oldenburg bezügliche einer geplanten Aufnahme des ChorsChorpidus“ im Pius. Der Chor setzt sich aus ca. 120 Laiensängern zusammen, die alle aus Freude am Singen, teilweise auch aus medizinischen Gründen (bspw. Lungenerkrankung) mit dabei sind.

Nachdem Michael mir kurz erklärte, was der Chor genau macht und wann sie proben, war klar, ich fahre zur nächsten Probe.

Gesagt getan und am folgenden Donnerstag war ich bei der Probe im Pius. Dort lernte ich auch den Chorleiter Michael Wintering kennen. Nach einem kurzen Gespräch begann die Probe und ich war sofort überwältigt von der schieren Stimmgewalt der anwesenden Sänger.

 

Die Planung der Choraufnahme

 

Vor jeder guten Aufnahme steht natürlich eine ausführliche Planung, da macht auch eine Choraufnahme keinen Unterschied. Allerdings gab es hier

Aufnahme im Pius durch Dennis Westermanndie erste Herausforderung: Wo bringe ich die große Teilnehmeranzahl unter und wie werde ich auch den Teilnehmern, die aus verschiedenen Gründen nicht „so gut zu Fuß“ unterwegs sind, gerecht? Die Antwort lag schnell nah, die Aufnahme kann nur dort stattfinden, wo der Chor sonst auch probt. In der Cafeteria des Pius Hospitals.

Die Tatsache erleichterte mir die Planung natürlich nicht gerade. Auch wenn die Cafeteria recht modern mit Nachhall dämmenden Vorhängen und einer Akustikdecke ausgestattet ist, ist der Raum natürlich nicht mit einem professionellen Aufnahmeraum in einem Tonstudio zu vergleichen.

Hinzu kam, dass es aus Platzgründen und aufgrund des zum Teil recht fortgeschrittenen Alters der Protagonisten nur möglich war, dass alle Teilnehmer im ganzen Raum verteilt im Sitzen singen.

Rein Aufnahmetechnisch ist das wirklich etwas, was man nicht alle Tage hat. In der Regel finden Choraufnahmen mit stehenden Sänger/-innen, die sich in einer Reihe aufstellen und nicht in einem kompletten Raum an Tischen sitzend verteilt sind, statt.

An eine klassische Choraufnahme im Stereofonieverfahren mit Stützmikros für die Solisten war also nicht zu denken. Ich habe mich stattdessen für eine Kombination aus verschiedenen Mikrofonierungsverfahren entschieden. Und das sah folgendermaßen aus:

Nahaufnahme von Mikrofonen im PiusIn der Mitte des Raumes plante ich ein 360 Grad Mic-Array aus vier Kleinkapselkondensator-mikrofonen mit Nierencharakteristik, welches dazu dienen sollte, den inneren Kreis der Chorsänger aufzunehmen.

Für die Raumecken habe ich zwei große A-B Stereo-Sets ebenfalls mit Kleinkapseln – eingeplant. Damit sollte der Raumsound und der äußere Kreis der Sänger aufgezeichnet werden.

Anschließend galt es noch das Klavier von Herrn Wintering aufzunehmen. Dies habe ich mit zwei Großkapsel-Kondensatormikrofonen bei geschlossenem Deckel geplant und auch später bei der Choraufnahme in die Tat umgesetzt.

100 Meter Kabel, Gaffa-Tape, 10 Stative und Los geht’s J

 

Der Aufbau

 

Die Aufnahme im Pius Hospital fand an zwei Abenden statt.

Glücklicherweise hatte ich beim Aufbau tatkräftige Unterstützung von Frau Poppen aus dem Pius, ohne Sie hätte ich es in der Zeit kaum geschafft, wofür ich mich hier noch mal recht herzlich bedanken möchte.Dennis Westermann bei der Aufnahme 300x200 - Choraufnahme im Pius Hospital für den Chor Chorpidus

Für die Choraufnahme habe ich zunächst unser mobiles Aufnahme-Equipment, bestehend aus einem Laptop mit einer professionellen aber mobilen Soundkarte, aufgebaut. Da die „kleine Soundkarte“ nur vier Eingänge hat, habe ich sie mit einem externen, achtkanaligen Mikrofonvorverstärker mit eingebautem Analog-zu-digital-Wandler erweitert. Somit standen insgesamt 12 Mikrofoneingänge zur Verfügung, wovon ich 10 tatsächlich nutzte.

 

Die Aufnahme

 

Wie bereits oben erwähnt, fand die Choraufnahme an zwei Abenden im Pius Hospital statt. Die Titel wurden von Herrn Wintering im Vorfeld ausgesucht und mit mir abgestimmt.

Gruppe 2 Chorpidus Pius Hospital 300x200 - Choraufnahme im Pius Hospital für den Chor ChorpidusWährend sich der Chor für die Aufnahme warmgesungen hatte, konnte ich meine Technik einstellen und z. B. letzte Feinschliffe an der Mikrofonposition vornehmen.

Dann ging es auch schon los.

 

„Ruhe bitte, Aufnahme läuft“

 

Ich setzte also meine Kopfhörer auf und hörte aufmerksam dem Chorgesang zu. Mein erster Eindruck; WOW klingt das bombastisch. So einen 360 Grad Sound habe ich so noch nicht gehört.

Natürlich war die Situation für die meisten der Sängerinnen und Sänger sehr ungewohnt, aber nach kurzer Akklimatisierung hatten sich alle an die neue Situation gewöhnt und bald sah ich in viele freudige Gesichter.

Im Grunde kann man sagen, dass die Aufnahme an beiden Aufnahmetagen sehr zügig und ohne große Probleme vonstattenging.

 

Die Nachbearbeitung im Cubetribe Tonstudio in Oldenburg

 

Die Nachbearbeitung der Choraufnahme habe ich natürlich im Cubetribe Tonstudio an der Alexanderstraße erledigt. Dazu wurden von mir zu Beginn die Daten von den externen Datenträgern auf den Studio-Server – und im Anschluss auf den Rechner in Studio 1 – kopiert.

Nachdem die Spuren auf dem Rechner waren, konnte ich zum ersten Mal reinhören… so gleich machte sich Begeisterung breit. Der Klang der Rohaufnahmen war grandios und auch die Verteilung der Mikrofone im Raum hat sich als richtig erwiesen.Choraufnahme im Pius

Daraufhin habe ich die Spuren in Cubase angelegt und diese – entsprechend der Verteilung der Mikrofone im Raum – im Panorama verteilt.

Als Nächstes mussten die besten Takes der einzelnen Titel von mir ausgewählt werden. Die habe ich dann nach und nach zurechtgeschnitten und im Anschluss ging es an die Mischung, sowie die Entzerrung der Spuren. Nachdem ich mit dem groben Mix zufrieden war, habe ich die Spuren noch mit etwas Hall und einer Begrenzung der Dynamik (Kompression) versehen, dann ging es auch schon an die Feinabstimmung.  Diese wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Chorleiter Herrn Wintering durchgeführt. Zum Glück hatten wir beiden von Anfang an eine sehr ähnliche Klangvorstellung weshalb dies recht zügig vonstatten ging.

 

CD-Mastering und CD-Herstellung

 

Als die einzelnen Titel für sich alle fertig gemischt waren, ging es an das Mastering. Als Mastering beschreibt man die Vorbereitung der CD-Vervielfältigung. Dazu habe ich zuerst die Titel entsprechend der Vorgaben von Herrn Wintering und Herrn Dernoscheck in die richtige Reihenfolge gebracht. Im Anschluss daran habe ich die gefühlte Lautstärke (auch Lautheit genannt) aller Titel angepasst, so dass man beim Hören der Choraufnahme einen einheitlichen Höreindruck hat.

Klavie bei der Aufnahme des Chors Chorpidus im Pius Hospital OldenburgParallel dazu hat Herr Dernoscheck die Druckmedien erstellt. Dazu zählte neben der Bedruckung für die CD auch das Booklet.

Als wir alles zusammen hatten konnte ich den Auftrag für die Herstellung der CD an unser Presswerk in Süddeutschland übermitteln.

 

Knapp 14 Tage später waren die CDs dann da, so dass sie noch rechtzeitig vor der Weihnachtspause an die Chorsängerinnen und Sänger verteilt werden konnten.

 

Schlusswort

 

Alles in allem war das eine wirklich tolle Produktion für deren Beauftragung ich mich noch herzlichst bei dem Pius Hospital und speziell bei Herrn Dernoscheck bedanken möchte.

 

Dennis Westermann

Cubetribe Tonstudio Oldenburg

 

Weitere Informationen zu dem Chor „Chorpidus“ findest Du hier à

http://www.pius-hospital.de/chorpidus

 

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